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Wie ich zum Beruf kam

April 17, 2019

Wie ich zur Fotografie kam

Eigentlich wollte ich immer etwas mit Medizin machen. Im Kindergarten wollte ich Kinderärztin werden, in der Grundschule Tierärztin und auf der weiterführenden Schule Kinderkrankenschwester auf der Neugeborenenstation, weil ich bemerkte, dass man mit dem Beruf nicht allzu viele Spritzen setzen muss.
Doch als in der 9. Klasse das 3-wöchige Schulpraktikum an stand, musste ich doch nochmal genauer darüber nachdenken, was ich denn mein Leben lang arbeiten möchte.
Wie es so ist, bin auch ich in dieser Zeit so einige Berufe mit meinen Eltern durchgegangen. Aber ich muss hinzu sagen, ich wurde immer unterstützt und nicht zu etwas überredet, was eventuell “besser” sein könnte. Sie haben mir lediglich Gedankenanstöße gegeben.
Eines Tages stand ich mit meiner Mama in der sonnendurchflutete Küche als der Berufsvorschlag “Fotograf” fiel.
„Was? Fotograf? Ich werde doch kein Paparazzi!” Bitte auf welche Idee ist meine Mama denn da gekommen? Immer hektisch hinter der nächstbesten Neuigkeit hinterher rasend konnte ich mich nun wirklich nicht vorstellen. Nein, danke!
Doch sie erklärte mir weshalb sie auf die Idee kam. Im letzten Urlaub habe ich mich ausgiebig mit der analogen Spiegelreflexkamera meines Papas beschäftigt. Er erklärte mir Blende, Zeit und ISO und wie ich schöne Makroaufnahmen hin bekomme. Danach die Wochen habe ich immer wieder versucht zu üben und die interessante “Technik” der Kamera zu verstehen. Leider musste ich ca. 14 Tage auf die Ergebnisse warten, da der 24er Film erst ins Labor geschickt werden musste, was analysieren der gemachten Fotos deutlich erschwerte :D.
Ich brauchte Bedenkzeit. Ich bin davon ausgegangen, dass ich etwas medizinisches in meinem Leben machen werde, jetzt sollte etwas kreatives in mein Leben treten.
Nach einer Weile gefiel mir der Gedanke. So machte ich das Praktikum in einem ortsansässigen Studio und bekam mehr als Gefallen an dem Beruf. Auch die besserwisserischen Aussagen anderer: „aber da musst du immer am Wochenende arbeiten.“ Ließen mich kalt. Na und? Wenn es mir Spaß macht, ist es doch nur halb so schlimm!

Ich hatte Glück, dass in meinem Leben die einzelnen Lebensabschnitte immer wie gut geölte Zahnräder ineinandergriffen. So bekam ich passend zum Schulabschluss die Ausbildungsstelle und direkt im Anschluss den Platz für das Fachabitur in Gestaltung als ich noch ein wenig zur Gestaltungstechnik lernen wollte. Ich lernte, das Entwickeln von Filmen, stand in der Dunkelkammer, um Fotos zu Vergrößern und saß ein paar Jahre später vorm Computer und bestaunte die neueste Technik: das Bearbeiten von digitalen Dateien in Photoshop. Herrlich!
Von der anfänglichen Idee Werbefotograf zu werden, verabschiedete ich mich schon während der Ausbildung, weil es mir doch ein wenig langweilig schien, “tote” Gegenstände zu fotografieren (mir fehlte die Kommunikation während des Shootings) und richtete meinen Fokus auf die Portraitfotografie.

In 2 verschiedenen Portraitstudios konnte ich mich in den darauffolgenden Jahren finden und weiterentwickeln. Nach Höhen und Tiefen im Beruf entschieden mein Mann und ich uns für die Familiengründung und bekamen 2 wundervolle Jungs. Die beiden Blondschöpfe gaben mir einen ganz neuen Alltag, der mich komplett ausfüllte.

 

Eines Tages stand ich plötzlich vor der Entscheidung, ob ich mich selbstständig machen solle oder nicht?! Nach meiner Berufsentscheidung in der 9. Klasse war schon mein Plan mit Mitte 20 eine Familie zu gründen und anschließend in die Selbständigkeit zu starten. Und da war er, der Wink mit dem Zaunpfahl von meinem Leben, dass es jetzt soweit ist. Es flatterten Anfragen für Hochzeiten rein, obwohl ich noch garnicht soweit gedacht hatte. Wir überlegten und besprachen kurz und schon hatte ich die Gewebeanmeldung in der Hand. Ich war Mama von einem fast 3 Jahre alten und fast 1 Jahr alten Sohn und hatte ein Gewerbe.
Die Liebe zu meinem Beruf flammte in Null Komma nix wieder auf und meine Gedanken sprühten vor Ideen. Ich startete in ein erstes Jahr voller Familienshootings und Hochzeiten, arbeitete abends bis nachts an den Fotos als die Kinder schliefen und hatte genügend Aufgaben, die den Familienalltag füllten. Ich liebte es!

Tja, und nun sitze ich heute hier an einem sommerlichen Frühlingstag, bin seit 3 Jahren selbständig, die 4. eigene Hochzeitssaison steht an und meine Finger kribbeln wieder, weil sie es nicht erwarten können die ersten Shootings zu machen. Ich liebe meinen Beruf und ich liebe es meine Liebe zu Fotos an euch weiter zu reichen, in dem ich euch eure Foto-Momente übergebe.

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